PROJEKT / NETZDATEN & VORBEREITUNG DER HYDRAULISCHEN MODELLIERUNG
Rekonstruktion von Netzbestandsdaten — Venetien
Umfassende Rekonstruktion, Validierung und technische Prüfung der Daten eines 5.442,6 km langen Wasserversorgungsnetzes. Die Arbeit reduzierte unbekannte oder fehlende Bestandsinformationen von 32,4 % auf 1,55 % und bereitete den Netzdatenbestand für die anschließende hydraulische Modellierung und Kalibrierung anhand von Feldmessungen vor.
Die technische Herausforderung
Die ursprüngliche Netzdatenbank wies erhebliche Lücken bei Verlegejahr, Material und Rohrdurchmesser auf. Fehlende Angaben zum Verlegejahr waren das größte Problem: 1.455,1 km Netz bzw. 26,7 % des Gesamtumfangs. Fehlende Materialangaben betrafen 151,8 km (2,8 %), fehlende Durchmesser 158,7 km (2,9 %). Insgesamt enthielt der ursprüngliche Datensatz 1.763,3 km unbekannte Informationen, entsprechend 32,4 % des Netzes.
Mehrstufige Datenrekonstruktion
Ich entwickelte einen strukturierten, mehrstufigen Workflow zur Rekonstruktion fehlender Informationen bei gleichzeitiger Begrenzung des Risikos unzuverlässiger Zuordnungen. Die Netzeinträge wurden schrittweise anhand von Kombinationen verfügbarer Attribute und Standortinformationen gruppiert, von spezifischen Gruppen bis zu breiteren Fallback-Gruppen, wenn erforderlich.
- Material + Durchmesser + Gemeinde als spezifischste Gruppierungsebene.
- Material + Durchmesserklasse + Gemeinde wenn die Gruppierung nach exaktem Durchmesser nicht ausreichend robust war.
- Material + Gemeinde als breitere Fallback-Gruppierung.
- Zwischenergebnisse wurden geprüft, bevor Werte auf unvollständige Netzeinträge übertragen wurden.
Konnektivität und Modellbereitschaft
Die Datenvervollständigung wurde nicht als rein tabellarische Aufgabe behandelt. Die Netztopologie und Konnektivität wurden detailliert geprüft, um Topologieprobleme zu identifizieren und das System für zuverlässige hydraulische Modelle vorzubereiten. Dieser Schritt stellte sicher, dass die rekonstruierten Attribute zu einer Netzstruktur gehörten, die für spätere Simulation, Kalibrierung und betriebliche Analyse geeignet war.
Druckmesskampagne und CPIS-Prüfung
Eine Druckmesskampagne wurde für mehr als 240 Messpunkte im Projektgebiet geplant. Zusätzlich wurden CPIS-Informationen ausgewertet, um das Verhalten einzelner Leitungsabschnitte besser zu verstehen und Bereiche mit ruhigeren hydraulischen Bedingungen von Abschnitten mit dynamischerem Strömungsverhalten zu unterscheiden. Diese Analysen unterstützten die Auswahl und Interpretation der Messstellen vor der hydraulischen Kalibrierung.
Projektgebiet
Ergebnis
Der Workflow reduzierte die insgesamt fehlenden Netzinformationen von 32.4% auf 1.55%. Der abschließend ungeklärte Datensatz umfasste 84,3 km des 5.442,6-km-Netzes, darunter 71,0 km als nicht wichtig eingestuft, 11,6 km aus der zweiten Rekonstruktionsstufe und 1,7 km als Fehler identifiziert.
Der resultierende Datensatz bildete eine wesentlich vollständigere und intern konsistentere Grundlage für GIS-Management, den Aufbau hydraulischer Modelle, Feldmessungen und spätere Kalibrierungsarbeiten.
Werkzeuge & Methoden
GIS und räumliche Analyse · Prüfung von Netztopologie und Konnektivität · mehrstufige Datengruppierung · Validierung von Netzbestandsdaten · Planung der Druckmesskampagne · CPIS-Prüfung · Vorbereitung der hydraulischen Modellierung